Eine  Flugsicherheitsassistentin in einem Berliner Flug – Unternehmen verlangte in einem aktuellen Gerichts – Verfahren von Ihrem Arbeitgeber im Rahmen ihrer Tätigkeit statt eines Mund-Nasen-Schutzes einen sogenannten Gesichtsschutzschirm tragen zu dürfen. Diesen Anspruch machte die betroffene Arbeitnehmerin im Rahmen einer einstweiligen Verfügung vor dem Arbeitsgericht Berlin geltend.

Das Arbeitsgericht Berlin hat jedoch in dem genannten Verfahren die Pflicht zum Tragen eines vom Arbeitgeber bereitgestellten Mund-Nasen-Schutzes bestätigt. Das Arbeitsgericht wies daher die Klage bzw. den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung der betroffenenen Arbeitnehmerin ab. Demnach trifft den jeweiligen Arbeitgeber / das Flug – Unternehmen die Pflicht, andere Beschäftigte und das Publikum am Flughafen vor Infektionen zu schützen. Für diesen Infektionsschutz ist aus Sicht des Arbeitsgerichts Berlin ein sogenanntes Gesichtsvisier weniger geeignet als der eigentlich vorgeschriebene Mund-Nasen-Schutz. Die Behauptung und der Vortrag der Arbeitnehmerein dahingehend, dass ihr der verpflichtend zu tragende Mund-Nasen-Schutz aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar wäre, ist von der Arbeitnehmerin nicht ausreichend glaubhaft gemacht worden.

Diese Entscheidung zeigt, dass derzeit aus Sicht der Arbeitsgerichte ein sogenanntes Gesichtsvisier keinen vollständigen und gleichwertigen Schutz für andere Arbeitnehmer darstellt und für eine Berechtigung eines einzelnen Arbeitnehmers zum Tragen eines Gesichtsvisiers zwingende gesundheitliche Gründe glaubhaft gemacht bzw. nachgewiesen werden müssen.

Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 15. Oktober 2020, Aktenzeichen 42 Ga 13034/20