Recht auf Homeoffice oder auf Tätigkeit im Einzelbüro während der Corona – Epidemie

In einem aktuellen Urteil des Arbeitsgerichts Augsburg wurde entschieden, dass kein allgemein gültiger Anspruch von einzelnen Arbeitnehmern auf eine Beschäftigung im sog. Homeoffice oder auch in einem Einzelbüro besteht. Der in diesem entschiedenen Fall betroffene Arbeitnehmer, der wegen des Risikos einer Corona-Infektion forderte, im Homeoffice oder ansonsten in einem Einzelbüro arbeiten zu dürfen, hatte vor dem Arbeitsgericht Augsburg keinen Erfolg. Nach dieser Entscheidung des Gerichts ist der einzelne Arbeitgeber hierzu, also insbesondere zur Gewährung von Arbeit im Home-Office, nicht verpflichtet solange der Arbeitgeber den Gesundheitsschutz im Büro durch ausreichende Corona-Schutzmaßnahmen sicherstellt. Selbiges gilt auch für die vom klagenden Arbeitnehmer ebenso bzw. andernfalls geltend gemachte Tätigkeit in einem Einzelbüro.

Auch wenn das Arbeiten im sogenannten Home – Office seit Beginn der Corona – Epidemie immer mehr an Bedeutung gewinnt, zeigt diese Entscheidung also erneut, dass es keinen allgemein gültigen Anspruch eines einzelnen Arbeitnehmers hierauf gibt.

Arbeitsgericht Augsburg, Urteil vom 7. Mai 2020, Az: 3 Ga 9/20.

Nach einer anderen Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin kann jedoch die mögliche Arbeit von zuhause aus – bei entsprechend gegebenen technischen Möglichkeiten – einer Änderungskündigung zur Zuweisung an einen anderen Arbeitsort entgegenstehen. Auch aus Sicht des Arbeitsgerichts Berlin besteht jedoch kein allgemein gültiger Anspruch auf eine Tätigkeit im Homeoffice. Allerdings zeige aus Sicht des Arbeitsgerichts Berlin gerade die stärkere Verbreitung des Arbeitens im Homeoffice aufgrund der Pandemie, dass Arbeiten von zu Hause aus grundsätzlich möglich sei.

Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 10. August 2020, Aktenzeichen 19 Ca 13189/19.